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950 Jahre Traunfeld
Pfarrverband
Lauterhofen


Erster Historischer Vortrag im Jubiläumsjahr 2010
Dr. Mathias Hensch, Regensburg
Landschaft, Siedlungsgeschichte und Archäologie – Aspekte zur früh- und hochmittelalterlichen Siedlungsentwicklung auf der mittleren Frankenalb




Am Mittwoch, den 3.3.2010 referierte der Archäologe Dr. Mathias Hensch aus Regensburg zum Thema „Landschaft, Siedlungsgeschichte und Archäologie – Aspekte zur früh- und hochmittelalterlichen Siedlungsentwicklung auf der mittleren Frankenalb“.
In seinem erstklassigen Vortrag konnte er die zahlreichen Zuhörer mit seinen interessanten Ausführungen fesseln. Er zeigte anhand von Karten die Besiedelung durch die Franken im 8. – 10. Jahrhundert im Bereich der mittleren Frankenalb. Dabei konnte er aufzeigen, dass im Raum Sulzbach, hier stand eine Burg, die den Frankenkönigen als Demonstration ihrer Machtstellung diente, eine ganze Reihe von Orten vorzufinden sind, die mit „-hof, -hofen, -feld, -wang“ enden. Die Ortsnamen und auch das Vorfinden von „Martins-Patrozinien“ (Lauterhofen, Deinschwang, Ermhof) ist ein Indiz für eine Besiedelung in der Zeit der Frankenkönige. Auch deutet der Fund von Grabbeigaben (eine eiserne Spartha, Teilstücke von einem Sax, eine Bernsteinperle und mehrere bunte Glasperlen), die bei Straßenbauarbeiten in Traunfeld gefunden wurden, auf eine frühe Besiedelung hin. In die gleiche Besiedelungsepoche ist das Gräberfeld von Lauterhofen anzusiedeln. Lauterhofen wird bereits 806 als Königshof genannt.

Dr. Hensch berichtete von Grabungen an der ehemaligen Martins-Kirche von Ermhof (bei Sulzbach-Rosenberg). Hier konnte er im Umgriff der Kirche mehrere Gräber freilegen. Die Aussagen über das Alter der Gräber und die Bestattungskultur dieser Zeit, fesselte das interessierte Publikum.

Nach Aussagen von Dr. Hensch sollte die Achäologie nicht im Verborgenen tätig sein. Nur durch Information und Darstellung der Funde werde das Interesse der breiten Öffentlichkeit für ihre Geschichte geweckt.